Wetterauer Grüne machen sich vor Ort ein Bild und sehen dringenden Handlungsbedarf Alarmiert durch die Berichterstattung über den Zustand des Kreistierheims der Wetterau in Rödgen besuchten die Wetterauer Grünen die Anlagen, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen und mit den direkt Betroffenen Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Der Vorsitzende des Trägervereins Heiko Färber begleitete sie durch das Gelände und berichtete über die baulichen Zustände und deren Hintergründe. Den vorbildlich tierschutzkonform angelegten Außenlagen, stehen völlig veraltete Zwingergebäude gegenüber. „Der Kern der Gebäude ist 1971 entstanden. Dem entsprechen auch der energetische Zustand und die Bausubstanz. Da es sich bei dem Baugrund zudem um ehemals sumpfiges Gelände handelt, haben Senkungen des Untergrundes in den letzten 40Jahren zu weiteren schweren Gebäudeschäden geführt. Kommunale Tierheime sind nie üppig mit Finanzmitteln ausgestattet, das erwartet auch keiner, wenn aber ein Mindestmaß an Budget unterschritten wird, lebt man von der Substanz. Dies ist in den letzten Jahrzehnten der Fall gewesen,“ weiß Herr Färber zu berichten, und weiter „jetzt sind wir an dem Punkt, wo es nicht mehr in der Decke knirscht, sondern der Balken bricht.“ Das Kreistierheim wird durch den Trägerverein Tierheim Wetterau e.V. betrieben. Dieser rein kommunale Verein besteht aus seinen Mitgliedern den 22 angeschlossenen Wetterauer Kommunen und dem Wetteraukreis selbst. Die Finanzierung wird über einen ausgehandelten Verteilerschlüssel anhand der Einwohnerzahl sichergestellt. Der Kreis übernimmt ca. 30% der Kosten. Weitere Einnahmen gibt es über Spenden, Einnahmen aus dem Sommerfest und der Aufnahme von Pensionstieren. Als Gegenleistung übernimmt das Tierheim in einem 24 Stunden Service für die angeschlossenen Kommunen die Unterbringung und Pflege von Fundtieren und nach Ordnungsrecht beschlagnahmten Tieren und bietet für das Veterinäramt des Wetteraukreises Platz für Beschlagnahmungen und Sicherstellungen aus Tierschutzgründen. „Während sich die Kosten für die Pflege der Tiere beständig nach oben entwickeln und die Anforderungen an die tierschutzkonforme Haltung ständig steigen, sind unsere festen Einnahmen durch die kommunale Beteiligung auf zu niedrigem Niveau stecken geblieben. Auch die letzte Erhöhung der Beiträge von 36 auf 50 Cent pro Einwohner haben es nicht geschafft, das notwendige Finanzierungsniveau sicherzustellen. Wir können so zwar gerade noch die täglichen Kosten stemmen, aber zum Erhalt der Bausubstanz fehlen jede Mittel“ erklärt Färber den Grünen. Mit Blick auf die veraltete ölbetriebene Deckenflächenheizung im ansonsten ungedämmten Zwingerbereich erklärt er, dass auch für dringend notwendige Energiemaßnahmen keinerlei Spielraum sei. „Wir können so den galoppierend steigenden Kosten nur zuschauen und nichts dagegen unternehmen“. „In schwierigen wirtschaftlichen Situationen der Kommunen kommt es leider oft dazu, dass zuerst an den schwächsten Mitgliedern gespart wird, das sind nun mal die gefundenen Tiere,“ beschreibt der Grüne Tierschutzpolitiker Marcus Stadler. „Es handelt sich aber bei der sachgerechten und tierschutzkonformen Unterbringung der Tiere keineswegs um eine freiwillige Leistung der Kommunen, sondern um eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Wenn der Gesetzgeber im Lauf der Jahre seine Bestimmungen zur Unterbringung zu Recht zum Wohle der Tiere nachgesteuert hat, heißt das natürlich, dass die Kommunen in ihrer Verantwortung dann auch finanziell nachlegen müssen. Die Bürger verlassen sich da auf die Politik, diese Verantwortung muss natürlich auch wahrgenommen werden.“ „Ungeachtet des anstehenden Wahlausgangs, werden wir uns im Kreistag für eine Neukonzeptionierung des Kreistierheims einsetzen. Wenn das am Ende Abriss und Neubau heißt, muss das auch zügig angegangen werden. Wenn steigende laufende Kosten für Energie und Baumängel so offensichtlich wie hier einer Neuinvestition mit deutlich niedrigeren Betriebskosten gegenüberstehen, ist jeder Tag des Wartens verschenktes Geld unserer Steuerzahler,“ meint der Kreissprecher der Wetterauer Grünen Thomas Zebunke. „Wir sollten diese Anlage aber auch dringend in das Klimaschutzkonzept des Kreises mit einbeziehen, um auch hier auf Fördermittel zugreifen zu können. Eine Neuberechnung der Mitgliedsbeiträge der Kommunen, muss ebenso Teil eines neuen tragfähigen Konzeptes sein,“ ergänzt Stadler. Einig ist sich die Gruppe über die Dringlichkeit des Handelns in der aktuellen kritischen Corona Situation: „Es gibt momentan einen richtigen Run auf süße Hundebabys, auch das Fernsehen wirbt dafür in vielen Sendungen. Das kann für die Tierheime im nächsten Sommer zu einem bösen Erwachen führen, wenn sich zeigt, dass erwachsene Hunde hohe Ansprüche haben und nicht mit in Urlaub fliegen wollen“ erklärt Heiko Färber die Situation. Der Niddaer Stadler selbst Hundebesitzer meint dazu: „Tiere sind kein Spielzeug und gehören auf keinen Fall unbeobachtet in Kinderhände. Sie machen Ärger, täglich mehrfach ihr Geschäft und Kosten wirklich sehr viel Geld. Wer das weiß und sie dennoch liebt, den lieben sie zurück. Aber darüber sollte man sich im Klaren sein und vorher ausreichend informieren, bevor man ihnen später Leid durch Trennung zufügt.“ Für Thomas Zebunke ist klar: „Hunde holt man sich am besten aus einem Tierheim wie hier, da kann man auch mit genügend Zeit das Tier kennenlernen und umgekehrt.“

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